Unsere Reise hat begonnen

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Rodolfo und Antonio

Ich kenne zwischenzeitlich einige Arbeiten Gaudis, aber diese wehrhafte Trutzburg war erst einmal eine negative Überraschung, bis wir ins Innere kamen: dort war alles wieder sehr verspielt, gut durchdacht und lichtdurchflutet. Typisch Gaudi eben. In einem Raum wurde ein Film gezeigt mit englischen Untertiteln, die so schnell waren, daß ich Mühe hatte, mitzulesen!, was die Beweggründe Gaudis waren, das Haus genauso zu bauen und welche Materialien er dazu benutzt hat. Gaudi hat wirklich für die Ewigkeit gebaut! Schiefer als Dachpfannen, Zedernholz, das damals härteste bekannte Holz für den Innenausbau, Glas als ersetzbarer Rohstoff.

Hommage an die Stadt

Das Dach ist ebenfalls aus Schiefer gedeckt. Das Haus ist von einem Graben umgeben, der zur Straße mit schmiedeeisernem Gitter gesichert ist. Die Fenster sind überwiegend gotisierend gestaltet. Das wird durch die Türen und Fenster bewirkt, die mit Lappenbögen gestaltet sind. Ansonsten aber betont die Fassade die Horizontalität mit gut markierten Gesimsen. Den Haupteingang ziert ein Tor mit Schmiedeeisen mit einer Löwenfigur, einer Hommage an die Stadt.

Antonio Gaudi

Das Erscheinungsbild des Gebäudes ist von massiven Wänden aus Kalkstein geprägt, deren Bossenquader ihm einen rustikalen , festungsartigen Charakter verleihen. Tatsächlich haben die wehrhaften Zutaten praktische Funktionen: der das Gebäude umgebende Graben dient dazu, auch den Räumen im Keller volles Tageslicht zu geben. Ebenso sind die Ecktürme dazu da, um die Eckräume zu belichten. Die vier zylindrischen Ecktürme, auf Kragsteine gestellt, ragen aus der Fassadenflucht heraus. Sie tragen konische, in Schiefer gedeckte Spitzen und je eine Wetterfahne mit Malteserkreuz.

Multitasking

Die Geschäftsinhaber betrieben nicht nur das Textilgeschäft sondern auch noch ein Pfandleihhaus und tätigten Bankgeschäfte. Außerdem pflegten sie Geschäftsbeziehungen nach Katalonien. So repräsentierten sie etwa die Banco Hispano-kolonial in Barcelona, dessen Gründer der Schwiegervater von Gaudis Hauptgönnern war. So kam der Kontakt zustande.

Casa de Botines

Das Museum wurde als wohn- und Geschäftshaus 1891 von Antonio Gaudi entworfen und gebaut. Das Projekt begann mit einem heftigen Rechtsstreit, da Nachbarn sich gegen die Bebauung des bisherigen Brachlandes wehrten. Auch war umstritten, wieweit das Grundstück in die Plaza hinein reichte. Der Rechtsstreit wurde 1890 beendet, dem Eigentümer die umstrittenen 800 qm zugesprochen.

Altes Testament für Analphabeten

Der Gedanke kam mir oft in den Kirchen Frankreichs, oder auch hier in Spanien: Die Menschen der damaligen Zeit waren zum größten Teil Analphabeten und bis zur Reformation wurde zumindest bei uns die Messe in Latein gehalten, was Otto Normalbürger natürlich erst recht nicht konnte, also wie kann ich dem ungebildeten Volk trotzdem die Geschichte des AT vermitteln? Ganz einfach: ich lasse es auf die Kirchenwände malen, in Glas fassen, ins Chorgestühl schnitzen… Bibel zum anfassen!

Rosette

Die Rosette des Westportals wurde gegen Ende des 13. Jhd. fertiggestellt. Sie stellt die Jungfrau Maria und das Jesuskind im Zentrum mit zwölf sie umgebenden Engeln dar.

Chor

Der Chor stand mitten im Hauptschiff, wirkte etwas deplatziert, so wuchtig, aber spannend waren die Holzschnitzereien: es waren viele biblische Frauen darunter!!!

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