Unsere Reise hat begonnen

Kategorie: Niederlande

Höhlenführung

Die Steine wurden in Blöcken zu je 100 x 80 x 40 cm aus dem Fels gehauen, um die 40 kg schweren Quader aus dem Berg zu bekommen, wurden Pferde benutzt, die an Wagen angeschirrt waren. die Pferde wollten aber so gar nicht in die Höhlen, es war kalt und dunkel da drin. Unser Führer demonstrierte uns das Gefühl der Pferde, indem er uns die Lampen ausschalten ließ. Es war wirklich stockdunkel, kein Geräusch drang zu uns, konstante elf Grad, auf einen Schlag hatte er uns drei unserer Sinne genommen, denn riechen konnten wir außer Staub auch nichts ja, es war wirklich beängstigend, nicht nur für Klaustrophobiker!

Ballsaal

Die Franzosen konnten 1789 das Fort nicht angreifen, dafür war es zu gut geschützt, also dachten sie, es wäre eine gute Idee, den Berg unter dem Fort zum Einsturz zu bringen. Sie krochen also in die Höhlen, stapelten alles an Dynamit auf einen Haufen, legten eine lange Lunte daran und rannten davon. Wie waren sie doch erstaunt, als nach der Explosion das Fort unbeschädigt in alter Wehrhaftigkeit auf dem Berg thronte! Was war geschehen? Die Explosion war nicht, wie geplant in die Höhe, sondern in die Breite gegangen, es hatte lediglich eine große Kuppel gerissen, mit sehr schönen geologischen Spuren, aber das war es dann auch. Das Fort war uneinnehmbar.

Grodde Noord

Im Inneren des Berges gibt es ein 200 km großes Labyrinth. es entstand im Laufe von 800 Jahren durch den Abbau von Kalksandstein. Die unterirdischen Gänge und Höhlen dienten auch als Lazarett, Bunker und Versteck von Kunstschätzen und anderen wertvollen Gegenständen während der deutschen Besetzung im 2. Weltkrieg. An den Wänden waren teilweise Bilder gemalt, unser Führer demonstrierte uns eindrücklich, was das besondere des Felsens war, indem er eine Flasche Wasser über einem Vorsprung ausgoss- der Fels saugte alles in sich auf wie ein Schwamm! Deswegen hält hier auch nur Kreide, hieß für uns: kucken, aber nicht anfassen. Das jüngste Bild war von 1954.

Sint Pietersberg

Heute hatte ich kein Problem damit, daß Rolf bis halb elf schlief – es regnete sowieso in Strömen. Eigentlich wollten wir am Vormittag das Fort und die Grotten besichtigen, eine Nacht frei stehen und am Dienstag nach Belgien weiter reisen. Bei der Ausfahrt merkten wir an der Schranke, daß wir ja erst zwei Nächte in Maastricht verbracht, aber drei gebucht hatten! Auf dem Parkplatz von St. Pieter frühstückten wir erst einmal, dann ging es los, streng nach Google maps, immer stramm den Berg hinauf. Auf dem 107m hohen Hochplateau hatten wir zwar eine traumhafte Sicht- aber weit und breit kein Fort!!! Bis wir unseren Kommunikationsfehler bemerkten, waren wir schon in die nächste Talsenke abgestiegen. Das ganze Hochplateau heißt nämlich St. Pietersberg, das Fort lag an der Nordflanke – 3,4 km weiter!!!! Das Wetter war angenehm, also stapften wir mutig weiter. Unterwegs begegneten wir sehr freundlichen und hilfsbereiten Wanderer. Endlich beim Fort angekommen, mußten wir erfahren, daß die Führung, die soeben begonnen hatte, die letzte für diesen Tag sei, aber er könne uns noch eine Führung für die Höhlen anbieten , in 90 Minuten! wir rannten fast die 51 Minuten zurück zum Auto, beide fußkrank und physisch ausgelaugt.

Westwerk

Das Westwerk gilt als eines der interessantesten Bauten des 12. Jhd in der Gegend. Wichtig ist vor allem die Bauskulptur mit den 34 Kapitellen. Abgebildet sind Blättermotive, Tierpaare, Kämpfende Menschen und Tiere und Menschen bei der täglichen Arbeit.

Servatiusbasilika

Sie gilt als eine der ältesten erhaltenen Kirchen der Niederlande. Nachdem Servatius 384 bei Maastricht verstorben war, wurde über seinem Grab eine hölzerne Gedächtniskapelle errichtet. 549 wurde sie durch eine steinerne Kirche mit Krypta ersetzt. Der große Zustrom an Pilgern machte im 11. Jhd einen größeren Neubau notwendig.

St. Servatius-Brücke

Die Römer bauten 50 eine Holzbrücke über die Maas. Für viele Jahre blieb dies die einzige Überquerung. Die römische Brücke stürzte 1275 unter dem Gewicht einer großen Prozession ein und tötete 400 Menschen. Die katholische Kirche förderte 1280 den Neubau, in dem sie Ablässe gewährte an Menschen, die beim Bau mitgewirkt haben.

Uuuups, selbst auf der Brücke gab es Einbahnstraße! Wir sind natürlich erst mal auf der falschen Seite los gelaufen, da da die Aussicht besser war…

Maastricht

Nachdem Belgien die Einreise für Touristen massiv erschwert hat (PCR-Test, eine Art Visum 48h vor Einreise, 7 Tage Quarantäne) beschlossen wir kurzentschlossen, nach Maastricht zu fahren und dort die Öffnung Belgiens auszusitzen. Da wir am frühen Nachmittag ankamen, konnten wir uns einen ersten Überblick verschaffen. Die Stadt war gedrückt voll, keiner trug eine Maske, alle waren sie gut drauf und schoben sich zentimeterweise vorwärts. Schon allein die Suche nach einem Straßencafe gestaltete sich schwierig, da bei dem schönen Wetter natürlich alle draußen sitzen wollten. Es herrschte babylonisches Sprachengewirr, französisch, niederländisch, deutsch, alle Hautfarben, alle Nationen, wahrhaft multikulti…

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