Unsere Reise hat begonnen

Kategorie: Mont Saint Michel

Wandelsaal

Dieser im 11. Jhd erbaute Raum mit seinen fünf monolithischen Säulen diente ursprünglich als einfacher Kreuzgang. Die Nordseite des Raumes hat mehrere kleine Fensteröffnungen mit abgeschrägten Laibungen zur besseren Belichtung.

Es war dunkel und feucht, man spürte richtig, daß man sich im Inneren des Berges befand. Als mittelalterlicher Kreuzgang hat er durchaus seinen Zweck erfüllt: keine äußeren störenden Einflüsse, kaum Licht, ganz der Kontemplation gewidmet, auf sich selbst zurückgeworfen.

Refektorium

das im 13. Jhd oberhalb des Gästesaals erbaute Repertorium hat über 50 Fenster, von denen beim Betreten des Raums nur die beiden in der Ostwand sichtbar sind, die anderen verbergen sich wie eine eigestaffelte, beinahe unendlich wirkende Arkadengalerie in den Tiefen der Seitenwände. Die architektonische Lösung dient zur Stabilisierung der Außenwände gegen den Winddruck des Atlantik. In einem der Bögen auf der Südseite verbirgt sich ein erhöhter Sitz, von dem aus ein Mitbauer den Mönchen während der Mahlzeiten vorlas. Die Akustik ist außergewöhnlich gut, weswegen hier oft Konzerte stattfinden.

1023

die Arbeiten an der ursprünglich siebenjochigen Kirche begannen. Die Kirche mit ihrem dreigeschossigen wandaufriß, Arkaden, empören und Fensterzonen dauerte nur gut 60 Jahre. Aus statischen Gründen wurde das Langhaus nur mit einem einfachen hölzernen Gebälk ausgestattet. Chor und Querhaus wurden durch steinerne Tonnengewölbe architektonisch hervorgehoben, die Seitenschiffe hatten durchgängig Kreuzgratgewölbe.

architektonische Meisterleistung

zunächst wurde nur ein einfacher Bau errichtet, von dem sich nur Reste einer Granitmauer erhalten haben. Im 11. Jhd wurde mit dem Neubau einer Festungsmauer begonnen, das den Angriffen während des Hugenottenkrieges 1562 standhielt. Die in Stilformen der Romanik, der Gotik und des Klassizismus errichteten Klosterbauten wurden bereits im Mittelalter als Wunder bezeichnet, da sich kaum jemand vorstellen konnte, wie man auf der Spitze des Berges einen Gebäudekomplex in drei Ebenen errichten konnte.

Mont Saint Michel

Die Geschichte wird Euch gefallen: 708 erscheint der Erzengel Michael dem Bischof Aubert von Avanches im Traum und fordert von ihm eine Kirche auf einer Insel mitten im Ärmelkanal. Der Bischof ist natürlich wenig begeisterst, auf einer felsigen Insel mitten im Nirgendwo eine Kirche errichten zu sollen. er zeigt Michael den Vogel, dreht sich um und schläft weiter. Michael ist geduldig und gibt dem Bischof einige Monate Zeit zum nachdenken, was sind für einen Unsterblichen schon ein paar Monate? Als der Bischof jedoch nach einem knappen Jahr immer noch keine Anstalten macht, das Kirchenprojekt irgendwie anzuleiern, bekommt er plötzlich dünnflüssige, äußerst übelriechende Stühle (heute würde man Ruhr dazu sagen) und als er immer noch keine Feder in die Hand nimmt, gesellen sich auch noch eitrige, aufplatzende Geschwüre am ganzen Leib hinzu. Der Bischof hat so gestunken, daß sich seine Mitbrüder geweigert haben, ihn zu pflegen. Nach einigen weiteren Tagen des Leidens wird der Bischof mitten in der Nacht wach, weil ein leicht gelangweilter Erzengel Michael an seiner Bettkante sitzt. „Bekomme ich JETZT meine Kirche, Bischof Aubert?“ Der Abt ist zu schwach zum reden, er kann nur noch mit den Augenlidern flattern, aber in seinem Zustand hätte er vermutlich noch viel mehr zugesichert. Von Stund an geht es mit seiner Gesundheit steil bergauf und als er sein Siegel unter den Kaufvertrag der Insel setzt, erlebt er eine Spontanheilung.

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