Unsere Reise hat begonnen

Autor: Ferry (Seite 1 von 50)

Burg von Cullera

Die auf halber Höhe am Berghang in der Nähe der Ortschaft gelegene Burg von Cullera überragt sowohl den alten Teil, als das moderne Cullera. Ihr Ursprung datiert vor dem 10. Jhd. und auf den Ruinen der ersten maurischen Burg ließ König Jaime 1. im 12. Jhd. die jetzige Burg bauen, die später von Pedro 4. „dem Zeremoniellen“ erneut restauriert wurde. Während des Unabhängigkeitskriegs war die Burg umkämpft.

Cullera

Der Berg von Cullera ist seit Urzeiten bevölkert. Seinen Ursprung kann man bis in die Altsteinzeit zurück verfolgen. Die Stadt an sich ist gruselig: überall zehn- und mehrstöckige Bausünden aus den 60er Jahren. Appartementkomplexe an Hotelhochhäuser, an Hotelhochhäuser. Da wo wir waren, hatten die meisten Läden geschlossen. Ich fragte mich, ob da wohl außerhalb der Saison überhaupt noch jemand wohnt! Aber anscheinend werden die Unterbringungskapazitäten im Sommer ausgelastet, sonst würden sie ja nicht noch mehr häßliche Betonklötze in die Landschaft pferchen…

Holz

DIe hervorragend für den Schiffsbau geeignete Libanonzeder war als natürliche Ressource maßgeblich am Aufstieg der Stadtstaaten beteiligt. Die Zedern lieferten dicke große Stämme von sehr schönem, dauerhaften und leicht zu bearbeitenden Holz. Dieses verwindet sich beim Trocknen nicht. Nicht nur der Holzhunger der Flotten von 2700 v. Chr. verschlang Hektar um Hektar. Begehrt war Zedernholz auch für Paläste und Tempel im weiten Umfeld. Der erste Bericht stammt aus der Zeit des Pharao Snofru um 2750 v Chr. und erwähnt dessen Belieferung mit Zedernholz aus Byblos. Die Decke des Audienzsaals in Persepolis, der bei der Eroberung durch Alexander in Flammen aufging, bestand aus libanesischer Zeder. Als Phönizier zum ägyptischen Reich gehörte, führten Zwangsarbeiter große Kahlschläge für die riesigen Tempelanlagen von Theben, Karnak und Memphis durch. Auch die Sarkophage der Pharaonen wurden aus dem aromatischen Holz hergestellt, das sogar als Räucherwerk verbrannt wurde. David und Salomon importierten Zeder für den Tempelbau und ihre Paläste. Kein Wunder, daß 333 v. Chr. Alexander der Große im Südlibanon kein Zedernholz mehr für den Schiffbau fand!!! Auch das Harz wurde geschätzt und vielfach verwendet, etwa beim Einbalsamieren ägyptischer Mumien.

Glas

Die Herstellung von Glas wurde von den alten Ägyptern übernommen. Die ersten Erzeugnisse findet man jedoch im Mesopotamien des 3. Jahrtausend v. Chr. Im 14. Jhd v. Chr. stellten die Glashütten auch Rollsiegel her, die mit Kobalt blau gefärbt wurden und Stücken aus Lapislazuli so täuschend ähnlich sahen, daß die Pharaonen der Amara-Periode auf Lieferungen von echtem Lapislazuli bestanden. In der Eisenzeit wurde die Technik des Glasblasens zur faktischen Massenherstellung weiter entwickelt. Die Glasprodukte waren im ganzen Mittelmeerraum beliebte Handelsware.

Purpur

Die Phönizier waren die ersten bekannten Benutzer der Farbe Purpur. Quelle dieser königlichen Farbe waren die Purpurschnecken. Aufgrund der Komplexität des Fertigungsprozesses war die Produktion der mit Purpur gefärbten Stoffe mit Gold kaum aufzuwiegen. Diese Stoffe waren in der gesamten Antike sehr begehrt. So besingt bereits Homer die Kunstfertigkeit der buntgefärbten Textilarbeiten sidonischer Frauen. Das Buch Ezekiel listet Purpurfarben und -stoffe unter den wichtigsten Exportgütern der Stadt Syros auf. Ovid ärgert sich über die Mode der reichen römischen Eliten. Unter dem römischen Kaiser Diocletian galt 301 ein Höchstpreisedikt von 150.000 Denkern für ein Pfund doppelgefärbte typische Purpurseide. Für ein Gramm reiner Farbsubstanz bezahlte man zwischen 10 und 20 Gramm Gold.

Münzgeld

Der Beginn der Münzprägung setzt im phönizischen Raum später ein als in anderen Mittelmeerregionen. Die phönizischen Stadtstaaten behielten die auf Warentausch basierende Wirtschaft – die sich in der Bronzezeit etabliert hatte – bis ins 5. Jhd. v. Chr. bei. Die ersten Münzen aus dem phönizischen Raum datieren in die Zeit der persischen Oberherrschaft um das Jahr 525 v. Chr. Der Bedarf nach einem Zahlungsmittel war die ausschließlich mit Phöniziern bemannte persische Militärflotte.

Phönizisch goes Mittelmeer

Durch die weitläufigen Handelsaktivitäten verbreitete sich das phönizische Alphabet im Mittelmeerraum. Im 8. Jhd. v. Chr. erreichte es Spanien und entwickelte eine gesonderte Ausprägung in der punischen Sprache Nordafrikas ausgehend von Karthago. Phönizische Inschriften sind vom 9. bis zum 3. Jhd. v. Chr. in Zypern, Rhodos, Kreta, Malta und Sardinien belegt. Vom 8. Jhd. bis zum Ende des 7. Jhd. v. Chr. ist das phönizische auch in Kleinasien verbreitet.

Sprache und Schrift

Im nördlichen Morgenland gibt es eine sehr weit zurück reichende Schrifttradition. So wurde eine Keilschrift entdeckt, die auf das Jahr 2400 v. Chr. datiert. In Byblos wurde unter ägyptischem Einfluß eine Silbenschrift entwickelt, doch erst etwa 1100 v. Chr. , also nach der Landnahme der Israeliten, wurde mit der Alphabetschrift das bedeutendste phönizische Exportgut auf den Weg gebracht. Phönizisch unterscheidet sich nur wenig vom Althebräischen.

Exportschlager

Ausgehend vom Morgenland gründeten die phönizischen Stadtstaaten zahlreiche Handelsniederlassungen in weiten Teilen des südlichen und westlichen Mittelmeerraums. Wichtige Exportgüter waren unter anderem Holz, Purpur und gefärbte Textilien, Elfenbein und Elfenbeinprodukte, sowie Nahrungsmittel wie Wein und Olivenöl. Besonders gefragt war das Zedernholz aus dem Libanongebirge. Sie fungierten auch als Zwischenproduzenten, so verarbeiteten sie importiertes Erz wie etwa Zinn aus Britannien oder Kupfer aus Zypern und verkauften die daraus entstehende Bronze weiter.

Handel und Seefahrt

Die phönizischen Stadtstaaten waren auf den Handel und die Seefahrt spezialisiert und stark in den florierenden Mittelmeerhandel eingebunden. Ihre wirtschaftliche Blütezeit dauerte von 1000 bis 600 v. Chr. In diesem Zeitraum etablierten sie den See- und Fernhandel mit allen Großreichen und Staaten der Nachbarschaft, vor allem mit Kleinasien, Ägypten, Assyrian, Griechenland und Babylonien.

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